Python gehört zu den Programmiersprachen, die sich auch für Einsteiger gut eignen. Die Python Grundlagen sind überschaubar und ermöglichen dir, schon mit wenigen Befehlen erste eigene Programme zu schreiben. Die Sprache verwendet eine vergleichsweise übersichtliche Syntax, sodass du dich am Anfang stärker mit den Abläufen eines Programms beschäftigen kannst als mit komplizierten Sprachregeln.
Für den Einstieg brauchst du weder besondere Hardware noch teure Software. Ein normaler Windows-PC und eine aktuelle Python-Installation reichen aus. Schon mit wenigen Zeilen Code kannst du Texte ausgeben, Berechnungen durchführen oder Benutzereingaben verarbeiten.
Warum eignet sich Python für Einsteiger?
Python ist eine interpretierte Programmiersprache. Dein Programm wird also nicht zuerst aufwendig in eine ausführbare Datei übersetzt. Du kannst Code schreiben, ausführen und das Ergebnis direkt überprüfen.
Ein einfaches Programm besteht beispielsweise nur aus einer Zeile:
print("Hallo Welt!")
Mit print() gibst du Text oder andere Werte auf dem Bildschirm aus. Die Anweisung lässt sich leicht lesen und zeigt einen typischen Vorteil von Python: Viele grundlegende Aufgaben benötigen nur wenig Code.
Python ist trotzdem keine reine Lernsprache. Sie wird unter anderem für Automatisierungen, Webanwendungen, Datenverarbeitung, wissenschaftliche Berechnungen und KI-Anwendungen eingesetzt. Wenn du die Grundlagen beherrschst, kannst du dich später in verschiedene Richtungen weiterentwickeln.
Python unter Windows installieren
Unter Windows wird Python nicht standardmäßig als vollständige Entwicklungsumgebung mitgeliefert. Für eine aktuelle Installation steht der Python Install Manager zur Verfügung. Du kannst ihn über den Microsoft Store oder die offizielle Python-Webseite beziehen. Die Python-Dokumentation beschreibt die Installation und Verwendung unter Windows ausführlich.
Nach der Installation kannst du Python direkt über das Windows-Terminal oder die PowerShell aufrufen. Ob alles funktioniert, lässt sich mit folgendem Befehl überprüfen:
python --version
Daraufhin sollte die installierte Python-Version angezeigt werden.

Der Screenshot zeigt beispielsweise Python 3.14.6. Entscheidend ist dabei nicht die konkrete Versionsnummer, sondern dass Python auf den Befehl reagiert und eine installierte Version anzeigt.
Mit einem weiteren Befehl kannst du dir die vom Python Install Manager verwalteten Python-Versionen anzeigen lassen:
py list
Das ist besonders praktisch, wenn später mehrere Python-Versionen auf deinem Rechner installiert sind.
Eine vorhandene Python-Version aktualisieren
Ist Python bereits über den Python Install Manager eingerichtet, musst du für eine neuere Wartungsversion nicht alles neu installieren. Öffne die PowerShell oder das Windows-Terminal und führe diesen Befehl aus:
py install --update
Der Python Install Manager prüft die von ihm verwalteten Installationen und aktualisiert sie, wenn eine neuere passende Version verfügbar ist. Bei meinem Test wurde Python auf diese Weise von Version 3.14.6 auf 3.14.7 aktualisiert. Vorhandene site-packages und Skripte wurden während des Vorgangs gesichert und anschließend wiederhergestellt.

Anschließend kannst du erneut prüfen, welche Version verwendet wird:
python --version
Alternativ zeigt dir
py list
die verwalteten Python-Versionen an.
Dein erstes Python-Programm starten
Für einen ersten Test kannst du den interaktiven Python-Interpreter verwenden. Öffne das Windows-Terminal oder die PowerShell und gib zunächst python ein. Sobald die Python-Eingabeaufforderung mit >>> erscheint, kannst du deinen ersten Python-Befehl eingeben:
print("Mein erstes Python-Programm")

Python führt die Zeile sofort aus und zeigt darunter den Text an. Mit exit() beendest du den Interpreter wieder.
Erscheint der Text nach dem Ausführen auf dem Bildschirm, funktioniert deine Python-Umgebung und du kannst mit den eigentlichen Grundlagen beginnen.
Python Grundlagen: Variablen und Datentypen
Programme müssen Daten speichern und verarbeiten können. Dafür verwendest du Variablen. Eine Variable bekommt einen Namen und verweist auf einen bestimmten Wert.
Das sieht beispielsweise so aus:
name = "Max"
alter = 15
name enthält hier den Text Max, während in alter die Zahl 15 gespeichert ist.
Anders als bei manchen anderen Programmiersprachen musst du beim Anlegen einer Variablen keinen Datentyp ausdrücklich angeben. Python erkennt anhand des zugewiesenen Wertes, mit welcher Art von Daten gearbeitet wird.
Zu den grundlegenden Datentypen gehören:
strfür Zeichenketten und Texteintfür ganze Zahlenfloatfür Fließkommazahlenboolfür die WahrheitswerteTrueundFalse
Mit type() kannst du überprüfen, welchen Typ ein Wert besitzt:
name = "Max"
print(type(name))
In diesem Fall erhältst du:
<class 'str'>
Das zeigt dir, dass Python die Variable name als Zeichenkette behandelt.
Ausgaben und Benutzereingaben
Mit print() hast du bereits eine der grundlegenden Funktionen kennengelernt. Du kannst damit nicht nur feste Texte ausgeben, sondern auch den Inhalt von Variablen:
name = "Max"
print(name)
Für Benutzereingaben gibt es input():
name = input("Wie heißt du? ")
print("Hallo, " + name + "!")
Python wartet bei input() darauf, dass der Benutzer etwas eingibt und mit Enter bestätigt.
Wichtig ist dabei eine Besonderheit: input() liefert zunächst immer eine Zeichenkette zurück. Möchtest du mit einer eingegebenen Zahl rechnen, musst du sie deshalb in einen passenden Zahlentyp umwandeln.
Zum Beispiel:
alter = int(input("Wie alt bist du? "))
print("Du bist", alter, "Jahre alt.")
int() wandelt die Eingabe in eine Ganzzahl um.
Bedingungen mit if, elif und else
Programme werden interessant, wenn sie abhängig von bestimmten Werten unterschiedliche Entscheidungen treffen können. Dafür gibt es in Python Bedingungen.
Ein einfaches Beispiel sieht so aus:
alter = 15
if alter < 18:
print("Du bist noch nicht volljährig.")
else:
print("Du bist volljährig.")
Die Bedingung alter < 18 kann entweder wahr oder falsch sein. Python führt abhängig vom Ergebnis den entsprechenden Programmblock aus.
Bei mehreren Möglichkeiten kannst du elif verwenden:
alter = 15
if alter < 14:
print("Du bist jünger als 14.")
elif alter < 18:
print("Du bist zwischen 14 und 17 Jahre alt.")
else:
print("Du bist mindestens 18 Jahre alt.")
Achte besonders auf die Einrückungen. Sie gehören zur Syntax von Python und bestimmen, welche Anweisungen zu einem Block gehören. Üblich sind vier Leerzeichen pro Einrückungsebene.
Schleifen: Code mehrfach ausführen
Wenn eine Anweisung mehrfach ausgeführt werden soll, musst du sie nicht immer wieder schreiben. Dafür verwendet Python Schleifen.
for-Schleife
Eine for-Schleife eignet sich beispielsweise dazu, mehrere Werte nacheinander zu verarbeiten:
for i in range(5):
print("Durchlauf Nummer", i)
range(5) erzeugt hier die Werte von 0 bis 4. Die Schleife wird deshalb fünfmal ausgeführt.
Du kannst auch einen anderen Bereich festlegen:
for zahl in range(1, 6):
print(zahl)
Die Ausgabe reicht jetzt von 1 bis 5.
while-Schleife
Eine while-Schleife läuft so lange, wie ihre Bedingung erfüllt ist:
zaehler = 0
while zaehler < 3:
print("Zähler ist:", zaehler)
zaehler += 1
Nach jedem Durchlauf wird zaehler um 1 erhöht. Sobald der Wert 3 erreicht, ist die Bedingung nicht mehr erfüllt und die Schleife endet.
Bei while-Schleifen solltest du darauf achten, dass die Bedingung irgendwann falsch werden kann. Andernfalls entsteht eine Endlosschleife.
Bedingungen und Schleifen kombinieren
Die einzelnen Python Grundlagen lassen sich miteinander kombinieren. So kannst du innerhalb einer Schleife beispielsweise mit einer Bedingung prüfen, ob eine Zahl gerade oder ungerade ist:
for zahl in range(1, 6):
if zahl % 2 == 0:
print(zahl, "ist gerade")
else:
print(zahl, "ist ungerade")
Der Operator % liefert den Rest einer Division. Bei einer geraden Zahl bleibt bei der Division durch 2 kein Rest. Deshalb ist zahl % 2 == 0 in diesem Fall wahr.
Solche Kombinationen begegnen dir später in fast jedem etwas umfangreicheren Programm.
Funktionen erstellen und verwenden
Wenn du denselben Programmteil mehrfach benötigst, kannst du ihn in einer Funktion zusammenfassen. Funktionen werden mit def definiert.
Ein einfaches Beispiel:
def begruesse(name):
print("Hallo", name)
begruesse("Anna")
begruesse("Max")
Die Funktion begruesse() erwartet einen Namen als Parameter. Beim Aufruf kannst du jeweils einen anderen Namen übergeben.
Funktionen können auch Werte zurückgeben:
def addiere(a, b):
return a + b
ergebnis = addiere(5, 3)
print("Das Ergebnis ist:", ergebnis)
return gibt das berechnete Ergebnis an die Stelle zurück, an der die Funktion aufgerufen wurde. Dadurch kannst du mit dem Ergebnis anschließend weiterarbeiten.
Funktionen helfen dir dabei, Programme übersichtlich aufzubauen und wiederkehrende Aufgaben nicht mehrfach programmieren zu müssen.
Module in Python nutzen
Python bringt bereits eine umfangreiche Standardbibliothek mit. Deren Funktionen sind auf verschiedene Module verteilt, die du bei Bedarf importieren kannst.
Ein Beispiel ist das Modul math:
import math
print(math.sqrt(16))
math.sqrt() berechnet die Quadratwurzel. Das Ergebnis ist in diesem Fall 4.0.
Module ersparen dir viel Arbeit, weil du häufig benötigte Funktionen nicht selbst programmieren musst. Später kannst du auch zusätzliche Pakete installieren oder eigene Module für deine Programme erstellen.
Für den Einstieg reicht es, wenn du das Grundprinzip kennst: Mit import bindest du ein Modul ein und kannst anschließend dessen Funktionen verwenden.
Listen: Mehrere Werte speichern
Eine einzelne Variable enthält häufig nur einen Wert. Möchtest du mehrere zusammengehörende Werte speichern, kannst du eine Liste verwenden.
Zum Beispiel:
einkaufsliste = ["Äpfel", "Brot", "Milch"]
print(einkaufsliste)
Auf einzelne Elemente greifst du über ihren Index zu:
print(einkaufsliste[0])
Die Zählung beginnt bei Python mit 0. Deshalb steht einkaufsliste[0] für das erste Element.
Listen lassen sich nachträglich verändern:
einkaufsliste.append("Butter")
print(einkaufsliste)
Mit append() wird ein neuer Eintrag am Ende der Liste ergänzt.
Dictionaries: Werte über Schlüssel abrufen
Ein Dictionary speichert Werte zusammen mit eindeutigen Schlüsseln. Das eignet sich beispielsweise für Daten, bei denen ein Name oder eine andere Kennung direkt zu einem bestimmten Wert führen soll.
Ein einfaches Telefonbuch könnte so aussehen:
telefonbuch = {
"Anna": "12345",
"Max": "67890"
}
print(telefonbuch["Anna"])
Statt über eine Position wie bei einer Liste greifst du hier über den Schlüssel "Anna" auf den gespeicherten Wert zu.
Dictionaries sind sehr flexibel und begegnen dir in Python häufig, sobald Programme strukturierte Daten verarbeiten.
Tupel und Sets
Neben Listen und Dictionaries gibt es weitere Datenstrukturen, die für bestimmte Aufgaben praktisch sind.
Ein Tupel ähnelt einer Liste, kann nach dem Erstellen aber nicht auf dieselbe Weise verändert werden:
farben = ("rot", "grün", "blau")
print(farben[1])
Ein Set speichert eindeutige Elemente:
zahlen = {1, 2, 3, 3}
print(zahlen)
Die Zahl 3 wurde zwar zweimal angegeben, kommt im Set aber nur einmal vor.
Für deine ersten Programme wirst du wahrscheinlich hauptsächlich Listen und Dictionaries verwenden. Es ist trotzdem sinnvoll, Tupel und Sets bereits zu kennen, damit du sie später passend einsetzen kannst.
Erstes Projekt: Ein einfacher Taschenrechner
Nach den einzelnen Grundlagen ist ein kleines Programm die beste Möglichkeit, das Gelernte miteinander zu verbinden.
Dieser Taschenrechner addiert zwei eingegebene Zahlen:
zahl1 = float(input("Gib die erste Zahl ein: "))
zahl2 = float(input("Gib die zweite Zahl ein: "))
ergebnis = zahl1 + zahl2
print("Das Ergebnis ist:", ergebnis)
Hier kommen bereits mehrere Grundlagen zusammen: Variablen, Benutzereingaben, Datentypen und eine Berechnung.
Du kannst das Programm selbst erweitern. Ergänze beispielsweise Subtraktion, Multiplikation und Division. Anschließend könntest du den Benutzer auswählen lassen, welche Rechenart ausgeführt werden soll.
Zweites Projekt: Ein Zahlenratespiel
Beim nächsten Beispiel kommt das Modul random hinzu. Es eignet sich dazu, Zufallszahlen für Spiele und Simulationen zu erzeugen.
import random
zufallszahl = random.randint(1, 10)
versuch = int(input("Rate eine Zahl zwischen 1 und 10: "))
if versuch == zufallszahl:
print("Richtig geraten!")
else:
print("Leider falsch. Die Zahl war:", zufallszahl)
random.randint(1, 10) erzeugt eine ganze Zahl zwischen 1 und 10 einschließlich der beiden Grenzen.
Auch dieses Programm kannst du selbst ausbauen. Eine sinnvolle Übung wäre beispielsweise eine Schleife, durch die der Benutzer mehrere Versuche bekommt.
Drittes Projekt: Einen zufälligen String erzeugen
Beim bisherigen Passwort-Beispiel ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Das Modul random ist für Spiele und Simulationen gedacht, aber nicht für sicherheitsrelevante Zufallswerte.
Für zufällige Zeichenfolgen, die beispielsweise als Passwörter oder Sicherheitstoken verwendet werden sollen, stellt Python das Modul secrets bereit.
Ein einfaches Beispiel sieht so aus:
import secrets
import string
zeichen = string.ascii_letters + string.digits + string.punctuation
laenge = 16
passwort = "".join(secrets.choice(zeichen) for _ in range(laenge))
print(passwort)
Das Beispiel wählt 16 Zeichen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen aus.
Für den Einstieg ist daran vor allem interessant, wie mehrere Python-Bausteine zusammenspielen: Du importierst Module, speicherst Werte in Variablen und erzeugst mit einer Schleifenkonstruktion eine neue Zeichenkette.
Wie geht es nach den Python Grundlagen weiter?
Wenn die bisherigen Beispiele funktionieren, solltest du nicht sofort versuchen, möglichst viele weitere Befehle auswendig zu lernen. Mehr bringt es, kleine Programme selbst zu verändern.
Erweitere beispielsweise den Taschenrechner um weitere Rechenarten oder gib dem Zahlenratespiel mehrere Versuche. Dabei wirst du zwangsläufig auf Fehler stoßen. Gerade das Suchen und Beheben solcher Fehler hilft dir dabei, den Programmablauf besser zu verstehen.
Als nächste Themen bieten sich unter anderem Dateien, Fehlerbehandlung mit try und except, eigene Module und virtuelle Umgebungen an. Wenn du anschließend tiefer einsteigen möchtest, findest du im offiziellen Python-Tutorial weitere Erklärungen zu Funktionen, Datenstrukturen, Modulen, Fehlerbehandlung und virtuellen Umgebungen.
Welche Richtung danach sinnvoll ist, hängt davon ab, was du mit Python machen möchtest.
Fazit: Python lernst du am besten durch eigene Programme
Die wichtigsten Python Grundlagen lassen sich mit wenigen Konzepten abdecken: Variablen speichern Werte, Bedingungen treffen Entscheidungen, Schleifen wiederholen Anweisungen und Funktionen strukturieren deinen Code. Listen und Dictionaries helfen dir anschließend dabei, größere Datenmengen sinnvoll zu organisieren.
Nach den ersten Beispielen solltest du deshalb möglichst schnell selbst programmieren. Nimm eines der kleinen Projekte aus diesem Artikel und verändere es. Ein selbst gelöstes Problem bringt dir beim Programmieren meist mehr als zehn weitere Codebeispiele, die du nur liest.
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