IPv4-Adresse einfach erklärt: Aufbau, Bereiche und Beispiele

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IPv4-Adressen begegnen dir spätestens dann, wenn du einen Router einrichtest, Netzwerkprobleme suchst oder die Verbindung eines PCs kontrollierst. Angaben wie 192.168.178.25 sehen zunächst nach vier beliebigen Zahlen aus. Dahinter steckt jedoch ein klares System.

Eine IPv4-Adresse sorgt dafür, dass Geräte innerhalb eines IP-Netzwerks angesprochen werden können. Dein PC, Smartphone, Fernseher oder Drucker bekommt im Heimnetz normalerweise eine eigene Adresse. Der Router besitzt ebenfalls eine und vermittelt zwischen deinem lokalen Netzwerk und anderen Netzen.

Für den normalen Heimnetz-Nutzer reicht es aus, einige Grundlagen zu verstehen. Dazu gehören der Aufbau der Adresse, die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen IPv4-Adressen sowie Begriffe wie Subnetzmaske, Standardgateway und DHCP.

Wer diese Zusammenhänge kennt, kann viele Netzwerkprobleme schneller einordnen. Eine Adresse wie 169.254.x.x ist dann beispielsweise kein rätselhafter Zahlencode mehr, sondern ein ziemlich deutlicher Hinweis auf ein Problem bei der automatischen Netzwerkkonfiguration.

Was ist eine IPv4-Adresse?

IPv4 steht für Internet Protocol Version 4. Eine IPv4-Adresse ist eine 32 Bit lange Adresse, die zur Kommunikation zwischen Geräten in einem IP-Netzwerk verwendet wird.

Im Alltag sieht sie beispielsweise so aus:

192.168.178.25

Eine solche Adresse gehört genau genommen zu einer Netzwerkschnittstelle. Ein Notebook kann deshalb gleichzeitig mehrere IP-Adressen besitzen. Ist es etwa über WLAN und über ein Netzwerkkabel verbunden, können beide Netzwerkadapter eine eigene IPv4-Adresse erhalten.

Innerhalb desselben lokalen Netzwerks müssen die verwendeten Adressen eindeutig sein. Zwei Geräte mit derselben IPv4-Adresse würden sich gegenseitig in die Quere kommen. Man spricht dann von einem IP-Adresskonflikt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine private Adresse wie 192.168.178.25 weltweit nur einmal existieren darf. In Millionen Heimnetzen kann dieselbe private IPv4-Adresse verwendet werden, solange diese Netze voneinander getrennt sind.

Das unterscheidet private Adressen von öffentlichen IPv4-Adressen, die für die Kommunikation über das Internet verwendet werden.

So ist eine IPv4-Adresse aufgebaut

Aufbau einer IPv4-Adresse mit vier Oktetten und 32 Bit

Eine IPv4-Adresse besteht aus 32 Bits. Für die besser lesbare Schreibweise werden diese 32 Bits in vier Gruppen zu jeweils acht Bits aufgeteilt.

Diese Gruppen heißen Oktette. In dezimaler Schreibweise stehen dort jeweils Zahlen zwischen 0 und 255.

Ein Beispiel:

192.168.178.25

Die vier Oktette lauten:

  • 192
  • 168
  • 178
  • 25

Acht Bits können 256 verschiedene Werte darstellen, nämlich von 0 bis 255. Vier Gruppen mit jeweils acht Bits ergeben insgesamt 32 Bits.

Damit existieren theoretisch:

2^32 = 4.294.967.296

mögliche IPv4-Adressen.

Diese rund 4,3 Milliarden Adressen stehen allerdings nicht vollständig als normale öffentliche Internetadressen zur Verfügung. Teile des Adressraums sind für private Netzwerke, Loopback, Link-Local-Verbindungen und andere spezielle Zwecke reserviert.

Warum stehen in einem Oktett höchstens 255?

Ein Bit kann entweder den Wert 0 oder 1 annehmen. Bei acht Bits ergeben sich 256 mögliche Kombinationen.

Die kleinste Kombination lautet binär:

00000000

Das entspricht dezimal 0.

Die größte Kombination lautet:

11111111

Das entspricht dezimal 255.

Aus diesem Grund kann dir eine gültige IPv4-Adresse beispielsweise als 192.168.1.200 begegnen, ein Oktett mit dem Wert 300 wäre dagegen nicht möglich.

Netzwerkanteil und Geräteanteil einer IPv4-Adresse

IPv4-Adresse mit Netzwerkanteil und Geräteanteil bei /24

Die IPv4-Adresse allein reicht nicht aus, um ein Netzwerk vollständig zu beschreiben. Ein Gerät muss ebenfalls wissen, welcher Teil der Adresse das lokale Netzwerk bezeichnet und welcher Teil für einzelne Geräte zur Verfügung steht.

Dafür gibt es die Subnetzmaske beziehungsweise die heute häufig verwendete CIDR-Schreibweise.

Ein typisches Heimnetz könnte so aussehen:

IPv4-Adresse: 192.168.178.25
Subnetzmaske: 255.255.255.0

In CIDR-Schreibweise lässt sich dieselbe Kombination als

192.168.178.25/24

angeben.

Die Zahl hinter dem Schrägstrich nennt man Präfixlänge. /24 bedeutet, dass die ersten 24 Bits den Netzwerkteil bilden. Die restlichen 8 Bits stehen innerhalb dieses Subnetzes für Adressen zur Verfügung.

Das zugehörige Netzwerk lautet in diesem Beispiel:

192.168.178.0/24

Der Rechner mit 192.168.178.25 befindet sich also im Netzwerk 192.168.178.0.

Bei einem normalen /24-Netz reicht der Adressbereich von 192.168.178.0 bis 192.168.178.255. Die erste Adresse bezeichnet dabei das Netzwerk selbst und die letzte Adresse ist die Broadcast-Adresse.

Für normale Geräte bleiben damit in diesem Beispiel die Adressen:

192.168.178.1 bis 192.168.178.254

übrig.

Das ergibt 254 nutzbare Geräteadressen.

Die Adresse .1 muss übrigens nicht automatisch zum Router gehören. Viele Routerhersteller verwenden sie zwar, technisch kann das Standardgateway aber auch eine andere freie Adresse im passenden Subnetz besitzen.

Was bedeutet die Subnetzmaske 255.255.255.0?

Die Subnetzmaske 255.255.255.0 gehört zu den Angaben, die du in Heimnetzen besonders häufig findest. Sie entspricht dem Präfix /24.

Vereinfacht bedeutet sie:

192.168.178 = Netzwerk
25 = Gerät

Bei der Adresse 192.168.178.25/24 kann der Rechner daher erkennen, dass beispielsweise 192.168.178.50 im selben lokalen Netzwerk liegt.

Eine Adresse wie 192.168.1.50 gehört dagegen nicht zum Netzwerk 192.168.178.0/24. Daten für dieses Ziel müssen über einen Router beziehungsweise ein Gateway weitergeleitet werden.

Die Subnetzmaske ist deshalb mehr als eine zusätzliche Zahlenreihe neben der IP-Adresse. Sie legt fest, welche Adressen aus Sicht des Geräts zum eigenen Subnetz gehören.

Bei größeren oder speziell aufgeteilten Netzwerken findest du auch Präfixe wie /16, /20, /25 oder /27. Für das grundlegende Verständnis eines typischen Heimnetzes ist /24 ein gutes Beispiel.

Private und öffentliche IPv4-Adressen unterscheiden

In einem normalen Heimnetz arbeiten deine Geräte meistens mit privaten IPv4-Adressen. Diese Adressen sind für lokale Netzwerke vorgesehen und werden im öffentlichen Internet nicht als normale Zieladressen geroutet.

Für private IPv4-Netze sind drei Bereiche vorgesehen:

Privater AdressbereichCIDR-SchreibweiseHäufiges Einsatzgebiet
10.0.0.0 bis 10.255.255.25510.0.0.0/8große private Netze
172.16.0.0 bis 172.31.255.255172.16.0.0/12private Netze
192.168.0.0 bis 192.168.255.255192.168.0.0/16sehr häufig in Heimnetzen

Die drei privaten IPv4-Adressbereiche sind im RFC 1918 festgelegt.

Router verwenden beispielsweise Netzwerke wie:

192.168.0.0/24
192.168.1.0/24
192.168.178.0/24

Dein PC könnte darin die Adresse 192.168.178.25 erhalten, während der Router beispielsweise unter 192.168.178.1 erreichbar ist.

Die privaten Bereiche können unabhängig voneinander in beliebig vielen getrennten Netzwerken verwendet werden. Dein Nachbar kann deshalb ebenfalls einen PC mit 192.168.178.25 betreiben, ohne dass dadurch ein Konflikt mit deinem Rechner entsteht.

Wenn du die privaten Bereiche genauer kennenlernen möchtest, findest du dazu meinen Beitrag über private IP-Adressen und ihre Verwendung.

Was ist eine öffentliche IPv4-Adresse?

Eine öffentliche IPv4-Adresse wird für die Kommunikation außerhalb deines privaten Netzwerks genutzt. Bei einem klassischen Internetanschluss bekommt der Router auf seiner Internetseite eine solche Adresse vom Provider.

Dabei darfst du „öffentlich“ nicht einfach mit „jede Adresse außerhalb der drei privaten Bereiche“ gleichsetzen. IPv4 enthält weitere reservierte und speziell genutzte Adressbereiche.

Für den Heimgebrauch reicht meist folgende Unterscheidung:

Private IPv4-Adresse: Verwendung innerhalb deines Heimnetzes.

Öffentliche IPv4-Adresse: Verwendung für die Kommunikation über das Internet, sofern sie vom Provider entsprechend zugeteilt und geroutet wird.

Bei modernen Anschlüssen kann noch eine weitere Ebene hinzukommen: Carrier-Grade NAT, häufig als CGNAT bezeichnet. Dann teilen sich mehrere Kunden öffentliche IPv4-Ressourcen des Providers.

Wie kommen private Geräte mit ihrer IPv4-Adresse ins Internet?

Private IPv4-Adressen greifen über NAT und den Router auf das Internet zu

Ein PC mit der privaten Adresse 192.168.178.25 kann diese Adresse nicht einfach als weltweit gültige Absenderadresse verwenden. Dein Router vermittelt deshalb zwischen dem privaten Heimnetz und dem Internet.

Bei IPv4 kommt dafür häufig NAT, also Network Address Translation, zum Einsatz.

Vereinfacht läuft eine Verbindung so ab:

  1. Dein PC sendet Daten mit seiner privaten IPv4-Adresse an den Router.
  2. Der Router leitet die Verbindung über seine Internetseite weiter.
  3. Dabei wird die private Adressierung für die Kommunikation nach außen umgesetzt.
  4. Antworten aus dem Internet ordnet der Router wieder der passenden Verbindung im Heimnetz zu.

In Heimroutern kommt dabei gewöhnlich auch eine Umsetzung von Portnummern zum Einsatz. So können viele Geräte gleichzeitig über eine begrenzte Zahl öffentlicher IPv4-Adressen kommunizieren.

Mehr zu diesem Verfahren findest du in meinem Beitrag NAT – Network Address Translation einfach erklärt.

NAT sollte dabei nicht mit einer Firewall gleichgesetzt werden. Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Die Firewall entscheidet anhand ihrer Regeln, welcher Datenverkehr zugelassen wird, während NAT in erster Linie Adressen beziehungsweise Verbindungen umsetzt.

So bekommt dein Gerät seine IPv4-Adresse

Du musst die IPv4-Adresse deines PCs normalerweise nicht selbst eintragen. In einem typischen Heimnetz übernimmt der Router diese Aufgabe automatisch.

Dafür wird DHCP verwendet. Die Abkürzung steht für Dynamic Host Configuration Protocol.

Ein Gerät verbindet sich mit dem Netzwerk und bekommt vom DHCP-Server passende Einstellungen zugewiesen. In einem Heimnetz übernimmt diese Funktion meistens der Router.

Zu den über DHCP gelieferten Informationen können beispielsweise gehören:

  • IPv4-Adresse
  • Subnetzmaske beziehungsweise Präfix
  • Standardgateway
  • DNS-Server
  • Gültigkeitsdauer der Zuweisung

Dadurch kannst du einen neuen PC oder ein Smartphone mit deinem Heimnetz verbinden, ohne zunächst eine freie IP-Adresse ausrechnen und mehrere Netzwerkwerte von Hand eintragen zu müssen.

Wie die automatische Vergabe genau funktioniert, erkläre ich ausführlicher in meinem Beitrag DHCP einfach erklärt.

Dynamische und feste IPv4-Adressen

Bei einer dynamischen IPv4-Adresse erhält das Gerät seine Konfiguration automatisch. Die zugewiesene Adresse kann sich später ändern.

Das ist für normale PCs, Smartphones oder Fernseher meist völlig ausreichend.

Eine statische beziehungsweise feste IPv4-Adresse wird dagegen gezielt festgelegt. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Gerät dauerhaft unter derselben Adresse erreichbar sein soll.

Typische Beispiele sind:

  • NAS-Systeme
  • Netzwerkdrucker
  • Server
  • bestimmte Smart-Home-Zentralen

Eine weitere Möglichkeit ist die DHCP-Reservierung. Dabei bleibt das Gerät auf automatische Konfiguration eingestellt, der Router weist ihm aber wiederholt dieselbe IPv4-Adresse zu.

Für ein Heimnetz finde ich diese Variante häufig praktischer als eine direkt am Gerät eingetragene feste Adresse. Die Verwaltung bleibt zentral im Router und bei Änderungen am Netzwerk muss nicht jedes Gerät einzeln angepasst werden.

Falls du eine Adresse tatsächlich manuell konfigurieren möchtest, findest du die passenden Möglichkeiten in meinem Beitrag IP-Adresse unter Windows einstellen.

Was haben Standardgateway und DNS mit der IPv4-Adresse zu tun?

Neben der IPv4-Adresse und der Subnetzmaske tauchen in den Netzwerkeinstellungen häufig zwei weitere Angaben auf: Standardgateway und DNS-Server.

Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Das Standardgateway führt aus dem eigenen Netzwerk heraus

Das Standardgateway ist der nächste Router, an den dein PC Daten für andere Netzwerke schicken kann.

Ein Beispiel:

PC: 192.168.178.25
Gateway: 192.168.178.1

Möchte dein PC mit einem Gerät im eigenen Subnetz kommunizieren, kann er dieses normalerweise direkt erreichen.

Liegt das Ziel außerhalb des eigenen Netzes, schickt der Rechner die Daten an das Standardgateway. Im Heimnetz ist das in der Regel dein Router.

Eine ausführlichere Erklärung findest du unter Standardgateway: Aufgabe und Funktion einfach erklärt.

Der DNS-Server übersetzt Namen in IP-Adressen

Menschen arbeiten lieber mit Namen wie dirks-computerecke.de als mit numerischen IP-Adressen.

DNS, das Domain Name System, löst solche Namen in passende IP-Adressen auf. Der DNS-Server übernimmt deshalb eine andere Aufgabe als das Standardgateway.

Du kannst also eine vollständig gültige IPv4-Konfiguration besitzen und trotzdem Probleme beim Öffnen von Webseiten haben, wenn die Namensauflösung nicht funktioniert.

Diese besonderen IPv4-Adressen solltest du kennen

Neben privaten und öffentlichen IPv4-Adressen existieren verschiedene Bereiche mit besonderen Aufgaben. Einige davon begegnen dir auch als normalem Windows-Nutzer.

Eine vollständige Übersicht der speziell reservierten IPv4-Bereiche führt die IANA in ihrer IPv4 Special-Purpose Address Registry.

127.0.0.1: der eigene Rechner

Die Adresse 127.0.0.1 wird als Loopback-Adresse bezeichnet und häufig mit dem Namen localhost verwendet.

Eine Verbindung zu dieser Adresse verlässt den eigenen Rechner nicht. Programme können damit Netzwerkverbindungen zum eigenen System aufbauen und testen.

Der reservierte Loopback-Bereich umfasst bei IPv4 127.0.0.0/8. Im Alltag begegnet dir davon fast immer 127.0.0.1.

Mehr dazu erkläre ich in Localhost und die IP-Adresse 127.0.0.1.

169.254.x.x: häufig ein Hinweis auf ein DHCP-Problem

Eine Adresse aus dem Bereich 169.254.0.0/16 ist eine sogenannte IPv4-Link-Local-Adresse.

Windows kann eine solche Adresse verwenden, wenn keine normale IPv4-Konfiguration über DHCP zur Verfügung steht.

Siehst du bei deinem Rechner beispielsweise:

169.254.73.21

obwohl dein Heimnetz normalerweise Adressen wie 192.168.178.x verwendet, solltest du die Verbindung zum Router und die DHCP-Konfiguration prüfen.

Eine 169.254-Adresse bedeutet also nicht automatisch, dass die Netzwerkkarte defekt ist. Sie zeigt zunächst, dass der Rechner keine gewöhnliche IPv4-Konfiguration aus dem erwarteten Netz erhalten hat.

100.64.0.0 bis 100.127.255.255: Shared Address Space

Der Bereich 100.64.0.0/10 ist für sogenanntes Shared Address Space vorgesehen. Internetprovider können ihn beispielsweise für Carrier-Grade NAT einsetzen.

Diese Adressen gehören nicht zu den drei privaten RFC-1918-Bereichen.

Wenn dein Router auf seiner Internetseite eine Adresse aus 100.64.0.0 bis 100.127.255.255 anzeigt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass dein Anschluss hinter CGNAT arbeitet.

Das kann relevant werden, wenn du Dienste aus deinem Heimnetz direkt aus dem Internet erreichbar machen möchtest. Klassische Portfreigaben am eigenen Router reichen bei einer zusätzlichen NAT-Ebene des Providers unter Umständen nicht aus.

0.0.0.0 hat je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen

Auch 0.0.0.0 taucht immer wieder in Netzwerkinformationen auf. Die Bedeutung hängt vom jeweiligen Zusammenhang ab.

Bei Routingtabellen kann 0.0.0.0/0 beispielsweise für alle IPv4-Ziele stehen, für die keine speziellere Route vorhanden ist.

Bei Serverprogrammen kann 0.0.0.0 wiederum bedeuten, dass ein Dienst auf allen passenden lokalen IPv4-Schnittstellen lauschen soll.

Die Adresse solltest du deshalb nicht wie eine gewöhnliche Geräteadresse interpretieren.

Sind die IPv4-Klassen A, B und C noch relevant?

Viele ältere Erklärungen zu IPv4 beginnen mit den Adressklassen A, B und C. Historisch gehören diese Klassen tatsächlich zur Entwicklung von IPv4.

Früher ergab sich aus der Adresse eine feste Einteilung des Netzwerkteils. Vereinfacht arbeiteten die bekannten Klassen mit diesen Standardgrößen:

Historische KlasseTypische Netzgröße
Klasse A/8
Klasse B/16
Klasse C/24

Diese starre Einteilung wurde jedoch durch Classless Inter-Domain Routing, kurz CIDR, abgelöst.

Heute ist deshalb eine Angabe wie

192.168.10.0/24

oder

10.20.0.0/16

wesentlich aussagekräftiger als die Aussage, eine Adresse gehöre zu einer bestimmten Klasse.

Mit CIDR lassen sich Präfixe flexibel wählen. Ein Netzwerk kann beispielsweise auch /22, /26 oder /28 verwenden.

Für Grundlagenwissen darfst du die Begriffe Klasse A, B und C kennen. Bei der heutigen Konfiguration von Netzwerken solltest du dich aber an Subnetzmasken und CIDR-Präfixen orientieren.

IPv4-Adresse und MAC-Adresse sind nicht dasselbe

IP-Adresse und MAC-Adresse tauchen häufig gemeinsam in der Netzwerkkonfiguration auf, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.

Eine IPv4-Adresse beschreibt die logische Adressierung innerhalb eines IP-Netzwerks. Sie kann automatisch vergeben, manuell geändert oder in einem anderen Netzwerk vollständig anders sein.

Die MAC-Adresse gehört zur lokalen Kommunikation auf der Sicherungsschicht und identifiziert eine Netzwerkschnittstelle auf dieser Ebene.

Ein Notebook könnte beispielsweise heute im eigenen WLAN die IPv4-Adresse

192.168.178.25

und morgen in einem anderen Netzwerk

192.168.1.84

verwenden.

Die IP-Adresse hat sich damit geändert, obwohl du weiterhin dasselbe Gerät benutzt.

Die Unterschiede erkläre ich ausführlicher im Beitrag MAC-Adressen im Netzwerk einfach erklärt.

So findest du deine IPv4-Adresse unter Windows

Unter Windows kannst du deine aktuelle Netzwerkkonfiguration sehr schnell mit dem Befehl ipconfig anzeigen.

Öffne dafür die Eingabeaufforderung oder Windows Terminal und gib ein:

ipconfig

Windows zeigt anschließend die vorhandenen Netzwerkadapter und deren Konfiguration an.

IPv4-Adresse unter Windows mit ipconfig anzeigen

Bei der aktiven Verbindung findest du beispielsweise Angaben wie:

IPv4-Adresse: 192.168.178.25
Subnetzmaske: 255.255.255.0
Standardgateway: 192.168.178.1

Damit kannst du bereits einige grundlegende Fragen beantworten.

Eine Adresse aus deinem normalen privaten Netzwerk zeigt, dass dein Rechner grundsätzlich eine passende lokale IPv4-Konfiguration besitzt.

Eine 169.254.x.x-Adresse deutet dagegen häufig darauf hin, dass die automatische Adressvergabe nicht wie erwartet funktioniert hat.

Beim Standardgateway erkennst du die IPv4-Adresse des Routers, über den dein Rechner andere Netzwerke erreicht.

Der Befehl kann deutlich mehr Informationen anzeigen. Die wichtigsten Möglichkeiten habe ich deshalb separat unter ipconfig erklärt: Befehle und Netzwerkinformationen zusammengefasst.

Typische Irrtümer rund um IPv4-Adressen

Bei IPv4 sorgen einige Aussagen immer wieder für Verwirrung.

„192.168.1.1 ist immer die Adresse des Routers“

Nein. Viele Router verwenden diese Adresse ab Werk, vorgeschrieben ist sie aber nicht.

Ein Router kann beispielsweise auch unter 192.168.0.1, 192.168.178.1 oder einer anderen passenden Adresse erreichbar sein.

„Jedes meiner Geräte besitzt eine eigene öffentliche IPv4-Adresse“

In einem normalen IPv4-Heimnetz trifft das häufig nicht zu.

PC, Smartphone und Fernseher besitzen private IPv4-Adressen. Der Router beziehungsweise die Infrastruktur des Providers sorgt dafür, dass diese Geräte Verbindungen zum Internet aufbauen können.

„Eine private IPv4-Adresse ist geheim“

Private bedeutet in diesem Zusammenhang nicht geheim.

Der Begriff sagt aus, dass die Adresse für private Netze vorgesehen ist und nicht wie eine gewöhnliche öffentliche IPv4-Adresse im Internet geroutet wird.

Jemandem mitzuteilen, dass dein Rechner beispielsweise 192.168.178.25 verwendet, verrät deshalb normalerweise keine weltweit eindeutige Adresse deines Anschlusses.

„Die IP-Adresse gehört dauerhaft zu einem bestimmten Computer“

Eine IPv4-Adresse kann sich ändern.

Ein DHCP-Server kann einem Gerät später eine andere Adresse zuweisen. Beim Wechsel in ein anderes WLAN erhält dein Notebook ebenfalls eine Adresse aus dem dort verwendeten Netzwerk.

Selbst öffentliche IPv4-Adressen eines Internetanschlusses müssen nicht dauerhaft gleich bleiben.

„Eine andere IP-Adresse macht mich im Internet anonym“

Eine IP-Adresse ist lediglich ein Teil der technischen Kommunikation. Ob und wie Nutzer oder Geräte im Internet wiedererkannt werden können, hängt von deutlich mehr Faktoren ab.

Das Ändern einer lokalen privaten IPv4-Adresse auf deinem PC verändert beispielsweise noch nicht die öffentliche Adresse, unter der dein Internetzugang nach außen erscheint.

Warum gibt es trotz IPv6 noch IPv4?

Der IPv4-Adressraum ist mit 32 Bits begrenzt. Genau diese Begrenzung war einer der Gründe für die Entwicklung von IPv6.

IPv6 verwendet 128-Bit-Adressen und stellt damit einen erheblich größeren Adressraum bereit.

Trotzdem ist IPv4 bis heute weit verbreitet. Viele Internetanschlüsse, Heimnetze, Server und Anwendungen unterstützen beide Protokolle parallel. Diese Betriebsweise wird häufig als Dual Stack bezeichnet.

Ein moderner Windows-PC kann deshalb gleichzeitig eine IPv4-Adresse wie

192.168.178.25

und eine oder mehrere IPv6-Adressen besitzen.

Du musst dich im Heimnetz normalerweise nicht für genau eines der beiden Protokolle entscheiden. Welche Technik tatsächlich für eine bestimmte Verbindung verwendet wird, hängt von der Konfiguration des Geräts, des Routers, des Providers und des jeweiligen Ziels ab.

Wenn du das neuere Protokoll genauer verstehen möchtest, findest du dazu meinen Beitrag IPv6 einfach erklärt.

Fazit: IPv4-Adressen lassen sich mit wenigen Grundlagen gut verstehen

Für mich wird IPv4 deutlich einfacher, sobald man die Adresse nicht mehr als vier zufällige Zahlen betrachtet. IPv4 arbeitet mit 32 Bits, eine Subnetzmaske beziehungsweise ein CIDR-Präfix legt die Netzwerkgrenze fest und private Adressen bilden die Grundlage vieler Heimnetze.

Für die Praxis musst du keine Binärzahlen im Kopf umrechnen können. Viel hilfreicher ist es, eine Adresse wie 192.168.178.25/24 einordnen zu können und zu wissen, welche Aufgaben DHCP, Standardgateway und NAT übernehmen.

Gerade bei Netzwerkproblemen zahlt sich dieses Grundwissen schnell aus. Wenn Windows plötzlich 169.254.x.x anzeigt oder ein Gerät trotz Netzwerkverbindung nicht erreichbar ist, kannst du wesentlich gezielter nach der Ursache suchen.

IPv4 mag technisch aus einer anderen Zeit stammen, ist im Alltag aber noch lange nicht verschwunden. Wer ein Heimnetz einrichtet oder Windows-Netzwerkprobleme selbst beheben möchte, wird deshalb weiterhin regelmäßig mit IPv4-Adressen zu tun haben.

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