Wie das Internet der Dinge vieles verändern könnte

Das Internet der Dinge – ist das nur ein Schlagwort oder sind wir schon mitten in der Zukunft? Wie können sich kleinere und große Unternehmen auf die Veränderungen in den Arbeitsprozessen vorbereiten, die damit verbunden sind? Dass sich die Arbeitswelt und Produktionsverfahren mit dem Internet der Dinge bereits heute radikal verändern, steht außer Frage.

Schon seit den 1990er-Jahren ist klar, dass dieses Thema ein bestimmender Faktor ist, um Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Trotzdem werden von vielen Unternehmen erst jetzt die ersten Schritte zur Implementierung geeigneter Systeme gemacht – das liegt zum einen an der stetigen Verbesserung und Bandbreite der Software, zum anderen daran, dass die Digitalisierung der Produktionsprozesse in den letzten Jahren auch kostengünstiger wurde.

Internet der Dinge – wird es die Zukunft bestimmen?

Internet der Dinge

Der Begriff Internet der Dinge, englisch Internet of Things (IoT), steht für die Vernetzung von Personen, Geräten und Internet, die in einem ständigen Austausch stehen. Geräte werden dabei technisch so ausgerüstet, dass sie Informationen austauschen und Aufgaben selbstständig erledigen können. Das Internet der Dinge reicht von einfachen Messgeräten (z. B. für Temperatur oder Luftfeuchtigkeit) bis zu hochkomplexen Anwendungen wie Montagemaschinen, chirurgischen Robotern oder selbstfahrenden Autos.

API (Application Programming Interfaces) sind für die Kommunikation im IoT unentbehrlich: Sie ermöglichen den Datenaustausch zwischen Apps und Geräten. Mit offenen APIs kann der smarte Temperatursensor eines Herstellers seine Informationen an das smarte Beschattungssystem eines anderen Herstellers weitergeben und dieses automatisch öffnen oder schließen.

Der IoT-Bereich erfindet sich täglich neu

Derzeit wird eine angeregte Diskussion über Standards im IoT-Bereich geführt. Besonders im Security-Bereich ist das ein wichtiges Thema – vor Cybercrime und Datenlücken sind selbst Großkonzerne nicht sicher. Die Industrie ist derzeit nicht in der Lage, Geräte so zu bauen, dass sie für immer sicher sind.

In der Zukunft werden Standards definiert werden, die zum Beispiel regelmäßige automatische Security-Updates für implementierte Software regeln. Bei den existierenden Standards wird zurzeit geprüft, ob sie für Anwendungen im IoT verwendet werden können. Während einige Standards lediglich angepasst werden müssen, sind für andere Anwendungen völlig neue Regelwerke für das Internet der Dinge zu entwickeln.

Industrie 4.0

„Smart Home“, das Internet der Dinge im Privatbereich, ist jedem ein Begriff. „Industrie 4.0“ steht für vernetzte, smarte Fabriken. Das Ziel ist, industrielle Produktionsprozesse durch die effiziente Vernetzung von Komponenten und Teilsystemen zu beschleunigen und zu optimieren. „4.0“ bezieht sich dabei auf die vierte industrielle Revolution – nach Mechanisierung, Dampfmaschine und Elektrifizierung.

In smarten Fabriken können sich ganze Produktionsanlagen mittels digitaler Kommunikation permanent austauschen, über Sensoren gesammelte Informationen auswerten und so Prozesse schnell, effizient und kostengünstig halten. So können zum Beispiel Werkstoffe, die in eine Produktionsanlage geliefert werden, per RFID-Chips der Anlage kommunizieren, in welcher Maschine sie verarbeitet werden sollen. Dabei ist die Prozessautomatisierung mit Hilfe von Smart Services besonders wichtig, wie man auf der verlinkten Seite auch schön sehen kann.

Welche Anwendungen gibt es nicht?

Wenn wir unsere Fantasie spielen lassen, gibt es unzählige Anwendungen des IoT, die in der nahen Zukunft unser Leben erleichtern und verbessern werden. Die Zeiten, in denen ein alter Mensch zu Hause zusammenbricht und stundenlang hilflos auf dem Boden liegen muss, bis er zufällig entdeckt wird oder sich selbst aus der Situation befreit, sind bald Geschichte. In Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und im gesamten Infrastrukturbereich sind die Möglichkeiten unbegrenzt.

Staus könnten so bald der Vergangenheit angehören, ebenso wie vergessene Schulhefte oder der Zug, der einem vor der Nase davonfährt. Im Industrie- und Produktionsbereich könnte es nie wieder zu unnötiger Schadstoff- oder Feinstaubbelastung von Mitarbeitern kommen, denn Sensoren in den Produktionshallen würden das verhindern. Fehllieferungen und Materialengpässe wären undenkbar. Vielleicht würde es auch nicht mehr zum berühmten „Herzinfarkt am Arbeitsplatz“ kommen, denn gestresste oder übermüdete Mitarbeiter könnten von einer App zu einer Arbeitspause aufgefordert werden.

Solche kleinen Beispiele geben eine Ahnung davon, was hier im Großen möglich sein wird und zum Teil schon ist. Bei dieser Fülle an Möglichkeiten muss man sich nicht mehr fragen, welche Anwendungen es gibt, sondern eher, welche es nicht gibt. Industrie 4.0 und das Internet der Dinge müssen jedenfalls in Zukunft von Politik, Entscheidungsträgern der Wirtschaft und IT-Fachleuten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert werden. Es geht nicht nur um Millionen Arbeitsplätze, sondern um eine völlige Neustrukturierung der Arbeitswelt, der digitalen Sicherheit und nicht zuletzt um den Wohlstand der Gesellschaft.

Hat Dir der Artikel geholfen? Dann teile ihn mit anderen!

Stand: 15.12.2018 um 00:57 Uhr, * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API