„House of the Dragon“: Virtuelle Produktion schafft Greenscreens ab

Unzählige Hollywood-Filme werden jedes Jahr mit Spezialeffekten und Computergrafiken (CGI) versehen. Der Greenscreen, ein neongrüner Bildschirm, der im Hintergrund einer Aufnahme platziert wird, ermöglicht diese Postproduktion. Was bislang als Standard in der Filmproduktion gesehen wurde, hat nun mit „House of the Dragon“ eine wortwörtlich virtuelle Änderung mit sich gebracht.

Seit der Ausstrahlung der ersten Folge „Die Erben der Drachen“ finden sich auf Twitter Einblicke hinter die Kulissen der Serie „House of the Dragon“. Jason Kilar, Mitgründer von der Plattform Hulu, zeigte in einem Tweet wie es tatsächlich vor Ort beim Dreh ausgesehen hat.

Von Greenscreens fehlt jedoch jede Spur, denn es wurden für die atemberaubenden Szenen virtuelle Elemente mit den tatsächlichen Hintergründen vorab verwendet.

Quelle: Twitter

„Game of Thrones“: Greenscreens und Postproduktion

Die Herrschaft des Hauses Targaryen ging also mit „House of the Dragon“, einem Prequel zu „Game of Thrones“, mit virtueller Produktion weiter. Basierend auf George R. R. Martins Roman „Fire and Blood“ erzählt die Serie die Geschichte des Hauses Targaryen, welche 200 Jahre vor den Ereignissen von „Game of Thrones“ spielt.

Einst waren die Targaryens eine Adelsfamilie des riesigen valyrischen Freistaates, eines Reiches, das sich über den größten Teil des östlichen Kontinents erstreckte. Nach der Auslöschung von Valyria starteten die Targaryens eine verheerende Invasion in Westeros.

Auf drei Drachen ritten sie, um ihren Angriff anzuführen. In kurzer Zeit hatten sich sechs der sieben ehemals unabhängigen Königreiche dem Anführer der Targaryen, König Aegon, ergeben. Aegon vereinte die Länder und auch das letzte Königreich schloss sich später durch ein Bündnis an.

Game of Thrones: Greenscreens und Postproduktion
Foto von Ben Collins auf Unsplash

Was genau ist ein Greenscreen?

Rein die Geschichte der Targaryen lässt erahnen, wie aufwendig die Postproduktion bei „Game of Thrones“ mit Greenscreens gewesen sein muss. Ein Greenscreen ist eine große, grüne Fläche, die im Hintergrund einer Aufnahme platziert wird, um später digitale Effekte zu ermöglichen.

In der Postproduktion bearbeitet die Abteilung für Spezialeffekte den Hintergrund von grün zu all jenen Bildern und Szenen, die wir beispielsweise aus „Game of Thrones“ kennen.

Es sind computergenerierte Bilder (CGI) oder manchmal werden auch sogenannte Platten als Hintergrundmaterial hinzugezogen. Der Bildschirm kann dabei den gesamten Hintergrund oder nur einen Teil davon einnehmen, je nachdem, was ersetzt werden muss.

virtuelle Produktion bei House of the Dragon
Foto von ThisisEngineering RAEng auf Unsplash

Übergang zur virtuellen Produktion bei „House of the Dragon“

Im Großen und Ganzen wird bei der virtuellen Produktion auf eine Echtzeit-Visualisierung zurückgegriffen. Statt der Greenscreens werden direkt beim Dreh die computergenerierten Inhalte genutzt und diese auf LED-Bildschirmen projiziert.

Der größte Unterschied besteht darin, dass die virtuellen Umgebungen und Spezialeffekte in der Regel am Set in Echtzeit aufgenommen werden und nicht erst in der Postproduktion hinzugefügt.

Die virtuelle Produktion stützt sich dabei auf eine Reihe von Technologien. Diese umfassen Echtzeit-Game-Engines wie beispielsweise Unreal Engine von Epic Games. Es sind Software-Entwicklungsprogramme, welche ursprünglich zum Erstellen von Videospielen entwickelt wurden, heute aber zur Steuerung virtueller Sets und Umgebungen in der virtuellen Produktion verwendet werden.

Weitere Systeme wie Motion Capture und Kamera-Tracking ergänzen das virtuelle Set um sicherzustellen, dass die angezeigten Bilder auf die Bewegungen der Schauspieler abgestimmt werden.

Fazit

Nicht nur bei „House of the Dragon“ wird auf die virtuelle Produktion gesetzt, sondern diese hat vielmehr Einzug in Hollywood genommen. „House of the Dragon“ war Pionier bei den Warner Bros. Studios. Die virtuelle Produktion findet man zudem bei der Serie „The Mandalorian“ von Star Wars und wird zukünftig noch bei weiteren Produktionen die Greenscreens ablösen.

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