Molex-Stecker: Belegung, Einsatzgebiete und wichtige Sicherheitshinweise

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Wer schon einmal einen PC selbst zusammengebaut oder einen alten Rechner aufgerüstet hat, ist unweigerlich auf ihn gestoßen: den Molex-Stecker. Obwohl er in modernen Systemen fast vollständig von SATA und speziellen PCIe-Steckern abgelöst wurde, ist er als „Universal-Versorger“ noch immer in vielen Gehäusen zu finden.

Doch was genau leistet der Stecker heute noch, und warum ist bei Adaptern Vorsicht geboten? In diesem Ratgeber erfährst du alles zur PIN-Belegung und den heutigen Einsatzmöglichkeiten.

Was ist ein Molex-Stecker?

Klassischer 4-Pin Molex-Stecker mit Pinbelegung für PC-Netzteile
Chowells at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Begriff „Molex“ leitet sich vom Hersteller Molex Connector Company ab. Im PC-Bereich meinen wir damit meist den Molex 8981. Das ist der klassische, vierpolige Stromanschluss, der über Jahrzehnte hinweg Festplatten (IDE), CD/DVD-Laufwerke und frühe Grafikkarten mit Energie versorgt hat.

Heute dient er primär als Stromquelle für:

  • Gehäuselüfter (ohne PWM-Steuerung)
  • RGB-Controller und LED-Stripes
  • Wasserpumpen für Custom-Wasserkühlungen
  • PCIe-Erweiterungskarten (z. B. USB-Hubs)

PIN-Belegung und Spannungen

Ein Standard-Molex-Stecker liefert zwei verschiedene Spannungen. Das macht ihn vielseitig, erfordert beim Basteln aber genaues Hinschauen.

PinKabelfarbeSpannungBeschreibung
1Gelb+12 VoltVersorgung für Motoren (Lüfter, Festplatten)
2SchwarzMasse / COMErdung
3SchwarzMasse / COMErdung
4Rot+5 VoltVersorgung für die Logik/Elektronik

Wichtig: Im Gegensatz zu modernen SATA-Steckern liefert der klassische Molex-Anschluss keine 3,3 Volt. Das ist einer der Gründe, warum er für moderne SSDs nicht mehr ohne Weiteres geeignet ist.

Achtung: Die „Molex-zu-SATA“ Falle

Viele Nutzer verwenden Adapter, um moderne SATA-Festplatten an alte Netzteile anzuschließen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Unter Hardware-Experten gibt es den Spruch: „Molex to SATA, lose your data“.

Billige, „gegossene“ Adapter (bei denen der Kunststoff um die Kontakte gespritzt wurde) neigen zu internen Kurzschlüssen. Da ein Molex-Stecker theoretisch sehr viel Strom liefern kann, bevor die Schutzschaltung des Netzteils greift, können diese Adapter schmelzen oder im schlimmsten Fall einen Kabelbrand verursachen.

Tipp: Wenn du einen Adapter nutzt, achte auf „gecrimpte“ Versionen, bei denen die einzelnen Adern deutlich sichtbar in den Stecker führen, anstatt in einem Plastikblock verschmolzen zu sein.

Profi-Wissen: Den Molex-Lüfter drosseln (7V / 5V)

Gehäuselüfter, die direkt per Molex angeschlossen werden, laufen standardmäßig auf 12V – also mit voller Drehzahl. Das kann laut sein. Mit ein wenig Geschick lässt sich die Spannung anpassen:

  • 12V (Standard): Gelbes Kabel (+12V) und das benachbarte schwarze Kabel (Masse).
  • 7V (Silent-Trick): Hier wird der Lüfter an das gelbe Kabel (+12V) und das rote Kabel (+5V) angeschlossen. Die Differenz ergibt 7 Volt. (Nur für erfahrene Bastler!).
  • 5V (Ultra-Silent): Der Lüfter wird an das rote Kabel (+5V) und das benachbarte schwarze Kabel (Masse) angeschlossen.

Molex vs. Lüfterstecker (PWM)

Hier kommt es oft zu Verwechslungen. Dein Gehäuselüfter kann auf zwei Arten angeschlossen werden:

  1. Direkt am Netzteil (Molex): Der Lüfter läuft permanent auf der gewählten Spannung. Eine Regelung über das Mainboard ist nicht möglich.
  2. Am Mainboard (3-Pin oder 4-Pin PWM): Diese Stecker erlauben eine intelligente Steuerung der Drehzahl je nach Temperatur durch das BIOS oder eine Software.

Problemlösung: Wenn der Pin „wandert“

Jeder Bastler kennt das: Man will den Stecker einstecken, aber einer der Metall-Pins im Inneren knickt weg oder rutscht nach hinten raus.

Da Molex-Stecker hohe Toleranzen haben, sind sie oft „wackelig“. Wenn ein Pin locker ist, kannst du ihn mit einer Pinzette vorsichtig wieder nach vorne drücken. Die kleinen Metallnasen am Pin lassen sich mit einer Nadel leicht aufbiegen, damit sie wieder im Kunststoffgehäuse einrasten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann man einen Molex-Stecker falsch herum einstecken?

Wie viel Strom verträgt ein Molex-Anschluss?

Gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Steckern?

Fazit: Ein Urgestein im Ruhestand mit besonderen Aufgaben

Der Molex-Stecker ist ein echtes Urgestein der PC-Geschichte. Auch wenn er seinen Thron längst an SATA abgetreten hat, bleibt er in der Welt der RGB-Beleuchtung und der Retro-PCs unverzichtbar.

Nutze Molex-Anschlüsse dort, wo sie Sinn ergeben – etwa für einfache Lüfter. Sei jedoch vorsichtig bei Billig-Adaptern für moderne SSDs. Hier lohnt es sich immer, auf hochwertige Komponenten zu setzen, um die Sicherheit deines Systems zu gewährleisten.

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