Betreiber einer Webseite herausfinden: So gehst du Schritt für Schritt vor

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Du möchtest den Betreiber einer Webseite herausfinden, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? In vielen Fällen ist das einfacher als gedacht. Häufig reicht bereits ein Blick ins Impressum. Fehlen dort brauchbare Angaben, kannst du die Domain, Unternehmensdaten oder technische Informationen prüfen.

Ganz eindeutig lässt sich eine Webseite allerdings nicht immer einer Person zuordnen. Datenschutzregeln sorgen beispielsweise dafür, dass die persönlichen Daten privater Domaininhaber häufig nicht öffentlich erscheinen. Auch Cloud-Dienste, Content Delivery Networks oder externe Hosting-Anbieter können technische Recherchen erschweren.

Ich zeige dir deshalb Schritt für Schritt, wie ich bei einer solchen Suche vorgehen würde. Du brauchst dafür keine Spezialsoftware und musst dich auch nicht mit komplizierten Netzwerktools auskennen.

Betreiber einer Webseite herausfinden: Diese Reihenfolge ist sinnvoll

Wenn ich wissen möchte, wer hinter einer Internetseite steckt, würde ich nicht sofort mit technischen Werkzeugen anfangen. Meistens führen einfachere Wege schneller zum Ziel.

Meine Reihenfolge wäre:

  1. Impressum und Kontaktseite prüfen
  2. Datenschutzerklärung ansehen
  3. Domaininformationen über DENIC oder RDAP abfragen
  4. Firmenangaben im Unternehmensregister überprüfen
  5. DNS- und Serverinformationen untersuchen
  6. Suchmaschinen und soziale Netzwerke nutzen
  7. ältere Versionen der Webseite aufrufen

Gerade die ersten drei Schritte reichen häufig schon aus.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Domaininhaber, Hosting-Anbieter und Betreiber der Webseite. Dabei kann es sich um dieselbe Person oder Firma handeln, muss es aber nicht.

Zuerst das Impressum der Webseite prüfen

Der einfachste Weg führt über das Impressum. Du findest den entsprechenden Link normalerweise ganz unten im Footer der Webseite. Manchmal steht dort statt „Impressum“ auch „Anbieterkennzeichnung“ oder eine ähnliche Bezeichnung.

Viele geschäftsmäßige digitale Angebote in Deutschland müssen bestimmte Informationen zum Anbieter leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar bereitstellen. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes nennt unter anderem Name, Anschrift und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme.

Die aktuelle gesetzliche Regelung kannst du direkt im Digitale-Dienste-Gesetz bei Gesetze im Internet nachlesen.

Je nach Betreiber können im Impressum beispielsweise folgende Angaben stehen:

  • Name einer Person oder Firma
  • vollständige Anschrift
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • vertretungsberechtigte Personen
  • Handelsregister und Registernummer
  • Umsatzsteuer-ID

Damit hast du häufig bereits alle Informationen, die du suchst.

Fehlt ein Impressum, bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass mit der Webseite etwas nicht stimmt. Nicht jede private Webseite unterliegt denselben Informationspflichten. Bei ausländischen Seiten gelten außerdem möglicherweise andere gesetzliche Regelungen.

Auch Datenschutzerklärung und Kontaktseite ansehen

Findest du im Impressum nichts Brauchbares oder gibt es überhaupt keines, lohnt sich ein Blick auf weitere Seiten.

Besonders interessant ist die Datenschutzerklärung. Dort muss häufig angegeben werden, wer für die Verarbeitung personenbezogener Daten verantwortlich ist. Dadurch findest du möglicherweise einen Namen oder eine Firmenanschrift, die an anderer Stelle nicht so deutlich genannt wird.

Auch folgende Bereiche können Hinweise liefern:

  • Kontaktseite
  • Über-uns-Seite
  • Autorenprofile
  • Footer
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen
  • Widerrufsbelehrung bei Onlineshops

Bei kleineren Webseiten ist manchmal sogar im Autorenprofil klar zu erkennen, wer die Seite betreibt.

Verlasse dich trotzdem nicht auf einen einzelnen Namen. Wenn es wirklich darauf ankommt, solltest du wichtige Angaben über eine zweite Quelle überprüfen.

.de-Domain über DENIC prüfen

DENIC-Domainabfrage für dirks-computerecke.de mit Registrierungsdatum und Informationen zum Domaininhaber

Bei einer deutschen Domain mit der Endung .de ist die DENIC die richtige Anlaufstelle. Sie verwaltet die .de-Domainzone und bietet eine eigene Domainabfrage an.

Über die DENIC-Domainabfrage kannst du beispielsweise technische Informationen zur Domain, Nameserver und das Registrierungsdatum abrufen.

Bei der Frage nach dem Domaininhaber gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied.

Handelt es sich beim Inhaber um eine juristische Person, beispielsweise eine GmbH, AG oder einen eingetragenen Verein, können Name und Anschrift des Domaininhabers öffentlich angezeigt werden.

Bei natürlichen Personen werden persönliche Inhaberdaten dagegen aus Datenschutzgründen nicht öffentlich angezeigt. Du kannst also nicht davon ausgehen, dass eine DENIC-Abfrage immer den Namen der Person liefert, die eine Webseite betreibt.

Trotzdem ist die Abfrage nützlich. Registrierungsdatum und technische Daten können helfen, andere Informationen zu bestätigen oder weitere Ansatzpunkte für die Recherche zu finden.

Internationale Domains mit RDAP überprüfen

ICANN Lookup Tool zeigt RDAP-Daten einer internationalen Domain

Bei Domainendungen wie .com, .net oder .org wurde früher meistens von einer WHOIS-Abfrage gesprochen. Der Begriff begegnet dir deshalb noch auf vielen Webseiten und in älteren Anleitungen.

Technisch hat sich inzwischen einiges geändert. Für generische Top-Level-Domains ist seit dem 28. Januar 2025 das Registration Data Access Protocol, kurz RDAP, die maßgebliche Quelle für Registrierungsdaten. ICANN bezeichnet RDAP als Nachfolger des klassischen WHOIS-Protokolls.

Eine solche Abfrage kannst du kostenlos über das offizielle ICANN Registration Data Lookup Tool durchführen. Gib dort einfach den gewünschten Domainnamen ein und starte die Suche. Anschließend werden dir die öffentlich verfügbaren Registrierungsdaten angezeigt.

Je nach Domain können dort unter anderem folgende Informationen erscheinen:

  • zuständiger Registrar
  • Registrierungsdatum
  • Ablaufdatum
  • Nameserver
  • Domainstatus
  • technische Kontaktdaten

Den tatsächlichen Namen des Domaininhabers bekommst du allerdings auch hier nicht zwangsläufig zu sehen. Personenbezogene Daten können aus Datenschutzgründen ausgeblendet sein.

Eine RDAP-Abfrage solltest du deshalb eher als zusätzliches Werkzeug betrachten und nicht als Garantie dafür, den Betreiber einer Webseite eindeutig zu identifizieren.

Firmenangaben im Unternehmensregister überprüfen

Steht im Impressum beispielsweise eine GmbH, UG oder AG, kannst du die Angaben zusätzlich über offizielle Register prüfen.

Dafür eignet sich das Unternehmensregister. Dort werden veröffentlichungspflichtige Unternehmensdaten sowie Informationen aus verschiedenen Registern zusammengeführt.

Interessant ist das beispielsweise, wenn du prüfen möchtest:

  • ob eine angegebene Firma tatsächlich existiert,
  • wo sie ihren Sitz hat,
  • welche Rechtsform sie besitzt,
  • unter welcher Registernummer sie geführt wird,
  • wer als Vertretungsberechtigter eingetragen ist.

Gerade bei unbekannten Onlineshops kann das eine sinnvolle zusätzliche Kontrolle sein.

Ein vorhandener Registereintrag beweist allerdings nicht automatisch, dass eine Webseite seriös ist. Umgekehrt muss auch nicht jeder Webseitenbetreiber im Handelsregister stehen.

Das Register hilft dir vor allem dabei, bereits gefundene Firmeninformationen zu überprüfen.

DNS und IP-Adresse liefern technische Hinweise

Windows-Eingabeaufforderung mit nslookup-Abfrage für google.com und den ermittelten IPv4- und IPv6-Adressen

Wenn Impressum, Domainabfrage und Firmensuche nicht weiterhelfen, kannst du dir die technische Seite der Domain ansehen.

Dabei spielt das Domain Name System, kurz DNS, eine wichtige Rolle. DNS sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass ein Domainname einer IP-Adresse zugeordnet werden kann.

Wie das genau funktioniert, erkläre ich ausführlicher in meinem Beitrag DNS einfach erklärt: So funktioniert das Domain Name System.

Unter Windows kannst du beispielsweise mit nslookup prüfen, welche IP-Adresse zu einer Domain gehört und welche DNS-Server beteiligt sind. Eine ausführliche Anleitung findest du in meinem Artikel DNS Lookup unter Windows: Guide für Fehlerdiagnose und Speed.

Über eine IP-Adresse lässt sich manchmal feststellen, bei welchem Anbieter ein Server betrieben wird oder welchem Netzwerk die Adresse gehört.

Dabei solltest du aber vorsichtig mit Schlussfolgerungen sein.

Der Serverbetreiber ist nicht automatisch der Webseitenbetreiber. Viele Webseiten liegen bei großen Hosting-Unternehmen. Zusätzlich werden Dienste wie Cloudflare oder andere Content Delivery Networks eingesetzt. Dann zeigt die ermittelte IP-Adresse möglicherweise nur auf die Infrastruktur des Dienstleisters.

DNS- und IP-Daten liefern deshalb hauptsächlich technische Hinweise. Für die eindeutige Identifizierung einer Person sind sie normalerweise nicht geeignet.

Mit einer Suchmaschine nach weiteren Spuren suchen

Manchmal reicht eine einfache Websuche erstaunlich weit.

Gib beispielsweise den Domainnamen in Anführungszeichen in eine Suchmaschine ein:

"beispiel-domain.de"

Dadurch findest du möglicherweise andere Webseiten, Profile oder Verzeichnisse, in denen die Domain erwähnt wird.

Du kannst zusätzlich nach bereits gefundenen Informationen suchen, beispielsweise nach:

  • Firmenname
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • Name des Betreibers
  • Postanschrift

Eine Telefonnummer kann beispielsweise noch in einem Branchenverzeichnis stehen. Eine E-Mail-Adresse taucht eventuell auf einer zweiten Webseite desselben Betreibers auf.

Auch soziale Netzwerke können hilfreich sein. Viele Unternehmen und Blogger verlinken ihre Webseite über LinkedIn, Facebook, Instagram oder andere Plattformen. Dort findest du manchmal zusätzliche Informationen zum Betreiber.

Achte dabei darauf, Hinweise nicht vorschnell miteinander zu verbinden. Gleiche Namen oder ähnliche Firmenbezeichnungen sind noch kein Beweis dafür, dass es sich tatsächlich um denselben Betreiber handelt.

Alte Versionen einer Webseite ansehen

Wayback Machine mit archivierten Versionen von dirks-computerecke.de und einer Zeitleiste von 2003 bis 2026

Besonders hilfreich kann die Vergangenheit einer Webseite sein.

Mit der Wayback Machine des Internet Archive kannst du prüfen, ob ältere Versionen einer Internetseite gespeichert wurden. Der Dienst ermöglicht den Zugriff auf archivierte Versionen öffentlich zugänglicher Webseiten.

Vielleicht gibt es heute kein Impressum mehr, während vor einigen Jahren noch ein vollständiger Name oder eine Firmenanschrift angegeben war.

Auch diese Hinweise solltest du mit Vorsicht bewerten. Eine Domain kann verkauft worden sein oder mittlerweile einen anderen Betreiber haben.

Alte Angaben zeigen deshalb zunächst nur, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt hinter der Webseite gestanden haben könnte.

Für die aktuelle Zuordnung brauchst du möglichst zusätzliche Hinweise.

Was tun, wenn der Betreiber nicht zu finden ist?

Nicht jede Recherche führt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Der Betreiber ist eine Privatperson.
  • Die Domain verwendet einen Datenschutzdienst.
  • Die Webseite wird über eine Plattform betrieben.
  • Der Server steht hinter einem CDN.
  • Die Seite wird aus dem Ausland betrieben.
  • Die angegebenen Kontaktdaten sind unvollständig oder veraltet.

Wenn du lediglich aus Interesse recherchierst, ist an diesem Punkt häufig Schluss.

Anders sieht es aus, wenn es um einen konkreten Rechtsverstoß, Betrug oder eine andere ernste Angelegenheit geht. Hosting-Anbieter, Registrare und Registrierungsstellen können über nicht öffentliche Informationen verfügen, die sie aber normalerweise nicht einfach an beliebige Personen herausgeben.

Je nach Situation können dann beispielsweise Verbraucherzentralen, Strafverfolgungsbehörden oder rechtliche Beratung die passenden Ansprechpartner sein.

Ich würde in solchen Fällen nicht versuchen, Zugangsbeschränkungen zu umgehen oder versteckte personenbezogene Daten auf technischem Weg zu beschaffen.

Domaininhaber und Webseitenbetreiber sind nicht dasselbe

Eine wichtige Unterscheidung geht bei solchen Recherchen schnell verloren.

Der Domaininhaber besitzt beziehungsweise verwaltet die Registrierung einer Domain. Der Webseitenbetreiber ist für die Inhalte und den Betrieb der Webseite verantwortlich. Der Hosting-Anbieter stellt dagegen lediglich die technische Infrastruktur bereit.

Bei einer kleinen privaten Webseite können alle drei Rollen praktisch bei derselben Person liegen.

Bei einer Unternehmensseite sieht das häufig anders aus. Die Domain könnte beispielsweise über eine Agentur registriert sein, die Webseite bei einem großen Hosting-Anbieter liegen und trotzdem von einem völlig anderen Unternehmen betrieben werden.

Deshalb würde ich mich nie nur auf eine IP-Adresse oder einen einzelnen Domain-Datensatz verlassen.

Je mehr unabhängige Angaben zusammenpassen, desto belastbarer wird das Ergebnis.

Häufige Fragen zum Betreiber einer Webseite

Kann man den Besitzer jeder Webseite herausfinden?

Kann ich den Betreiber anhand der IP-Adresse herausfinden?

Ist WHOIS noch aktuell?

Wo finde ich den Betreiber einer .de-Domain?

Was mache ich, wenn eine Webseite kein Impressum hat?

Fazit: Meist reichen wenige Schritte aus

Wenn du den Betreiber einer Webseite herausfinden möchtest, solltest du mit den einfachen Möglichkeiten beginnen. Impressum, Datenschutzerklärung und Kontaktseite liefern häufig bereits die gesuchten Informationen.

Bei einer .de-Domain kann anschließend die DENIC-Domainabfrage helfen. Für viele internationale Domains ist RDAP die modernere Anlaufstelle für Registrierungsdaten. Bei Unternehmen kannst du zusätzlich das Unternehmensregister prüfen.

DNS- und IP-Abfragen sind eher für die technische Recherche geeignet. Sie können einen Hosting-Anbieter oder die verwendete Infrastruktur sichtbar machen, beweisen aber nicht, wer für die Inhalte einer Webseite verantwortlich ist.

Ich würde deshalb immer mehrere Quellen miteinander vergleichen. Stimmen Impressum, Domaininformationen und Unternehmensdaten überein, hast du wesentlich bessere Anhaltspunkte als durch eine einzelne technische Abfrage.

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